Deutsches Brot gehört zu den beliebtesten Backwaren in deutschen Bäckereien

Brotsorten in Deutschland

In fast jedem Haushalt wird Brot konsumiert – vom klassischen Schwarzbrot über Roggen- und Weizenmischungen mit Blütenaromen bis hin zu Chiasamen. Die Zahl der Brotsorten in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewachsen. Inzwischen sind mehr als 3.200 verschiedene Sorten vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks anerkannt.

Eigenschaften des Brotes

Brot basiert auf Getreide, Wasser und Hefe. Nach dem Leitbild des Deutschen Lebensmittelbuches wiegt ein Brot mindestens 250 Gramm. Anderenfalls handelt es sich um ein Brötchen. Der Fett- oder Zuckergehalt darf beim Brot die Schwelle von zehn Prozent nicht überschreiten. 

Nährwerte des Weißbrotes

  • 236 Kalorien (entspricht 1.003 kJ)
  • 49 Gramm Kohlenhydrate
  • 7,6 Gramm Eiweiß
  • 1,2 Prozent Fett

Nährwerte des Mehrkornbrotes

  • 232 Kalorien (entspricht 981 kJ)
  • 36 Gramm Kohlenhydrate
  • 9 Gramm Eiweiß
  • 3 Prozent Fett

Die Geschichte des Brotes

Der Mensch ernährt sich seit über 30.000 Jahren von Getreidebrei. Seit rund 22.000 Jahren wird das Getreide auch gebacken. Der Anbau begann vor etwa 11.000 Jahren. Damals existierten ausschließlich Fladenbrote. Dann wurde in der ägyptischen Hochkultur der Sauerteig erfunden, sodass auch Brotlaibe als Nahrung zur Verfügung standen.

Eine ausführliche Übersicht zum Bäckerhandwerk in Deutschland finden Sie in unserem Blogartikel Das deutsche Bäckerhandwerk – eine Übersicht

Verkäuferin in einer Bäckereifiliale hält Brot

Brotkonsum in den deutschen Haushalten

Die Haushalte in Deutschland konsumieren im Durchschnitt rund 46 Kilogramm Brot pro Jahr. Dies entspricht einer Menge von 45 bis 47 Broten. Die Zahl der Brotsorten in Deutschland ist über einen langen Zeitraum deutlich unterschätzt worden. Laut einer Umfrage kaufen rund 99 Prozent der Bundesbürger mindestens einmal im Jahr Brot. Eine solch hohe Quote erreicht kaum ein anderes Lebensmittel.

Absatz und Erlös durch das Brot

Laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die privaten Haushalte in der Bundesrepublik im Jahr 2018 knapp 1,7 Millionen Tonnen Brot gekauft. Dadurch wurden 4,28 Milliarden Euro umgesetzt. Nicht berücksichtigt sind dabei Snacks, die auf Grundlage von Brötchen oder Brot hergestellt wurden. 

Mehr über die Bäckereien in Deutschland erfahren Sie in unserem Blogartikel Bäckereien in Deutschland.

Der Begriff „Brotsorte“

Die Definition von „Brotsorte“ ist nicht eindeutig. Der Begriff „Sorte“ stammt ursprünglich aus der Botanik. Da einer Vielzahl an Rohstoff- und Produktionsvarianten existiert, ist eine trennscharfe Festlegung von Kategorien kaum möglich. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. verwendet daher die Bezeichnung „Brotspezialitäten“.

Zahl der Brotsorten in Deutschland
Die Zahl der Brotsorten in Deutschland beläuft sich inzwischen auf 3255. Beim Deutschen Brotinstitut in Weinheim ist eine Liste mit allen Brotsorten in Deutschland verfügbar. An der Spitze der beliebtesten Brotsorten in Deutschland steht Weizenmischbrot. Auf den weiteren Plätzen folgen rustikale Holzofenbrote, mediterrane Brote sowie Sorten aus Urgetreiden. Bei der Erfassung der beliebtesten Brotsorten in Deutschland im Brotregister werden regelmäßig neue Sorten aufgenommen.

Umfrage zu den Brotsorten in Deutschland
Laut einer Statistik der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2014 ist Mischbrot das beliebteste Brot. 33,7 Prozent der Bundesbürger haben Mischbrot am meisten gekauft. Auf dem zweiten Rang folgt Toastbrot mit 19,3 Prozent. Das drittbeliebteste Brot ist Körner- und Saatenbrot mit 15,4 Prozent. An vierter Stelle stehen Vollkorn- und Schwarzbrote mit 10,3 Prozent. Darauf folgen reine Weizen- und Roggenbrote mit jeweils 5,4 Prozent. Auf die übrigen Brotsorten entfallen 10,4 Prozent.

Regionale Brotspezialitäten
Jede Region hat ihre eigenen Brotspezialitäten. In Oberbayern steht das Hausbrot an erster Stelle. Dabei handelt es sich um ein Mischbrot, das zu gleichen Anteilen aus Weizenmehl und Roggenmehl besteht. In Franken und der Oberpfalz ist das Roggenmischbrot sehr gefragt.

Klassisches deutsches Vollkornbrot

Exporte der Brotsorten aus Deutschland

Mit über 300 Brot- und Kuchengeschäften belegt Ludwigshafen am Rhein den zweiten Platz im Ranking. Hier zählt der pfälzische Rotweinkuchen zu den besonders begehrten Backwaren. Auf dem dritten Rang folgt Chemnitz. Zu den gefragten Produkten gehören Eierschecke und Prasselkuchen. An vierter Stelle steht Heidelberg. Hier zählt die Heidelberger Kurfürstenkugel zu den örtlichen Spezialitäten. Auf den weiteren Plätzen im Ranking folgen die Städte:

  • Regensburg
  • Freiburg im Breisgau
  • Aachen
  • Frankfurt am Main
  • Mainz
  • Duisburg

    Weltweit sind die Brotsorten aus Deutschland beliebt. Besonders im asiatischen Raum werden die deutschen Backwaren importiert. Die UNESCO hat die deutsche Brotkultur 2014 in ihre bundesweite Liste zum „immateriellen Weltkulturerbe“ aufgenommen.

Fazit: Brot ist ein Kulturgut

Brot wird in Deutschland in fast jedem Haushalt konsumiert. Historisch betrachtet, hat das Brot dazu beigetragen, dass der Urmensch sesshaft wurde. Weißbrot und Mehrkornbrot unterscheiden sich hinsichtlich der Nährwerte nur geringfügig. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hat mehr als 3.200 verschiedene Brotsorten für Deutschland anerkannt. In der Zukunft wird dieses Repertoire weiter wachsen.